Boris Palmer: Begeistert vom Nordsee-Kurpark

Gut informiert über den Nordsee-Kurpark und die Familie Gmelin zeigte sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bei einem Treffen mit Wyks Bürgermeister Uli Hess, Othmar und Monika Kyas sowie Winfried Prinzen vom Verein „Nordsee-Kurpark“ auf dem ehemaligen Sanatoriumsgelände.

Nicht von ungefähr kommt Palmers Interesse, gehören doch die Gmelins einer uralten Tübinger Familie an. So war Hans Gmelin, Vater der späteren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, rund zwei Jahrzehnte lang Oberbürgermeister der Universitätsstadt. Und direkt am Marktplatz – Palmers Amtssitz – steht noch heute die Gmelinsche Apotheke. Schließlich gibt es auch in Tübingen eine Gmelinstraße, benannt nach dem Tübinger Professor für Chemie und Pharmazie Christian Gottlob Gmelin.

Palmers Neugierde nach den Wurzeln der Gelehrtenfamilie war geweckt und der studierte Historiker stieß bei Recherchen auf Dr. Karl Gmelin, der 1900 das Wyker Nordsee-Sanatorium gegründet hatte und in Tübingen bestattet wurde. Erst jetzt erfuhr Palmer, der seit vielen Jahren regelmäßig Urlaube auf Föhr verbringt, Einzelheiten über den Park, der sich selbst aufmerksamen Beobachtern kaum erschließt.

Vier Stationen beinhaltete der kleine Rundgang, angereichert mit zahlreichen Informationen durch den Vereinsvorsitzenden Othmar Kyas. Dazu gehörten das Aufstiegsmauerwerk am Südstrand oder die bioklimatische Messstelle, deren über 100-jährige Tradition fortgesetzt werden soll: Es ist geplant, ab Oktober 2021 wieder eine bioklimatische Messstelle in Betrieb zu nehmen.

Auch die historischen Blockhäuser standen auf dem Programm, von denen das Haus „Conrad“ ganzjährig von der Schutzstation Wattenmeer genutzt wird. Das benachbarte Haus „Ludwig“ wird derzeit saniert und soll künftig das Dokumentationszentrum beherbergen. Eine permanente Ausstellung und kleine Veranstaltungen sind dann hier geplant.

Von einer erfolgten Bestandsaufnahme der unter Denkmalschutz stehenden Häuser berichtete Wyks Bürgermeister. „Zwar muss vieles ausgetauscht werden, aber das Ganze ist durchaus erhaltenswürdig, weshalb wir jetzt Aufträge erteilt haben“, sagte Hess. Aktivitäten, die aktuell durch die vollen Auftragsbücher der Handwerker ausgebremst werden.

Schließlich informierte Othmar Kyas mit der Erstellung eines Smartphone-basierten Audio-Guides, der Veröffentlichung eines Bild- und Textbandes, der Inbetriebnahme einer bioklimatischen Messstation und der Eröffnung eines Dokumentations- und Veranstaltungszentrums in der Villa „Ludwig“ über die nächsten geplanten Schritte.

Boris Palmer, der am Ende des Rundgangs einen Mitgliedsantrag unterschrieb und den Verein „Nordsee-Kurpark“ künftig finanziell unterstützen wird, bescheinigte dem Gelände „viel Potenzial, das sichtbar gemacht werden sollte. Ich glaube, das wäre etwas, auf das die Insulaner stolz sein können.“ Das dieses Ziel nun gemeinsam von Stadt und Verein verfolgt wird, betonten Hess und Kyas unisono. So stellt die Stadt dem Verein jährlich Gelder zur Verfügung, eine Bestandsaufnahme unter anderem der Vegetation ist erfolgt, 700 Bäume wurden aufwendig kartiert und das Ziel ist in einem Konzept klar fixiert.

„Ich glaube, mittlerweile haben alle die Bedeutung des Areals erkannt“, betonte Uli Hess. Angestrebt würden mit vielfältigen Angeboten mehrere Nutzungsmöglichkeiten für den Park. „Es soll nichts Neues entstehen, sondern das Alte wiederbelebt werden.“