Tourismuskonzept

Föhr ist ein beliebtes Ferienziel und erlebte in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Tourismusentwicklung. Doch es gilt, sich den veränderten und gestiegenen Erwartungen der Gäste anzupassen. 2019 hatte das Hamburger Beratungsunternehmen Project M in Zusammenarbeit mit Föhrer Verantwortlichen ein neues Tourismuskonzept erstellt. Nachdem sich mit dem Beginn der Corona-Pandemie das Nachfrageverhalten der Gäste geändert hatte, kamen Leitziele, Handlungsfelder und Schlüsselprojekte erneut auf den Prüfstand und wurden angepasst bzw. erweitert.

Hintergrund

Rahmenbedingungen und Trends ändern sich, Tourismus-Regionen müssen sich den wechselnden Erwartungen der Gäste anpassen. Mit welchem Profil sich die Insel künftig positionieren soll, welche Zielgruppen im Fokus stehen und welche Maßnahmen sich daraus ergeben, war bereits 2020 ausgiebig im Föhrer Tourismus-Zweckverband diskutiert worden. Zuvor hatte die Project M GmbH 2019 ihr seinerzeit gut fünf Jahre altes Tourismuskonzept für die Insel überarbeitet. Gina Wagner von Project M präsentierte im Zweckverband eine Analyse und skizzierte Ziele für die mögliche Umsetzung: Mit einem 82 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog, die in fünf Leitthemen einflossen.

Die Grundlage für die Neuausrichtung der Marke Föhr unter Berücksichtigung der Weiterentwicklung der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein hatten politische und touristische Entscheidungsträger aus Wyk und den Gemeinden sowie Leistungsträger aus dem Föhrer Tourismusbereich geliefert. Sie hatten in Arbeitsgruppen Stärken und Schwächen des inselweiten Angebotes analysiert und Leitthemen und Ziele erarbeitet.

Analyse und Ideen

Auch wenn die Insel mit Strand, Kultur und Fahrradrouten sowie Gesundheits- und Wellnessangeboten gut aufgestellt ist, bieten fast alle Bereiche Möglichkeiten für eine Optimierung. Potenzielle Gäste sollten die Insel mit Nachhaltigkeit und genussvoller Entspannung assoziieren. Anzustreben ist darüber hinaus eine bessere Auslastung vor und nach dem Jahreswechsel sowie in der Nebensaison. Zudem könnte das Wachstum durch ein oder zwei weitere Hotels gesteigert werden. Diese sollen nicht mit bestehenden Ferienunterkünften konkurrieren, sondern deren Angebot für die Gäste erweitern.

Von elementarer Bedeutung ist ein professionelles Marketing, das Unterkunfts-Angebot muss qualitativ breit aufgestellt sein und von der Gastronomie bis zur Mobilität sollten Qualität und Nachhaltigkeit im Fokus stehen. Unverzichtbar ist auch die Abgrenzung von anderen Tourismusorten. Als Alleinstellungsmerkmal wurde unter anderem das Aquaföhr genannt, das in der Vermarktung künftig eine große Rolle spielen sollte.

Für einige Schlüsselprojekte wurden bereits erste Schritte für die Umsetzung ausgearbeitet:

Update 2021

Im Jahr 2021 kam die Strategie von 2019 auf den Prüfstand, wurden die Schlüsselprojekte durch Project M weiterentwickelt und weitere definiert. Anlass war die Corona-Pandemie, deren Auswirkungen die Anforderungen an den Tourismus vor allem in den Bereichen digitaler Service und Infrastruktur stark veränderten. „Urlaub im eigenen Land“ wurde zum Trend und das Nachfragewachstum in der Nebensaison erforderte eine Anpassung der Leitziele. Es galt, Faktoren wie Digitalisierung, nachhaltige Mobilitätskonzepte oder den Erhalt des nachhaltigen Lebensraumes für Gäste und Einheimische neu zu bewerten.

  • Neubau der Mittelbrücke
  • Digitale Info-Stelen als neues Service-Design
  • Ausbau und Förderung klimafreundlicher Mobilitätsangebote
  • Touristische Aufwertung des Hafens (Westkaje)
  • Kulturelles Erlebnisanebot „Wrixumer Mühle“
  • Insulare Kulturförderung

Weitere Veränderungen der Rahmenbedingungen für den Tourismus können in den nächsten Jahren weitere Anpassungen des Tourismuskonzepts und die Definition neuer Schlüsselprojekte erforderlich machen.

Umsetzung

Um die genannten Ziele zu erreichen, müssen alle Akteure stärker zusammenarbeiten. Es sollten möglichst die gleichen Themen kommuniziert sowie die jeweiligen Angebote und die anzusprechenden Zielgruppen aufeinander abgestimmt werden. Für die Umsetzung der Maßnahmen müssen sich Föhr Tourismus GmbH und der Tourismus-Zweckverband sowie die Stadt Wyk und die Föhrer Land-Gemeinden koordinieren. Zudem sollen Finanzierungsmodelle und Fördermöglichkeiten eruiert werden.

Inhaltlich ist das Tourismuskonzept eng mit anderen Themen wie Verkehr, Ortskernentwicklung oder den Neubauten „Mittelbrücke“ und „Aquaföhr“ verknüpft. Es bildet die Basis für die Umsetzung weiterer Projekte und die Beantragung möglicher Fördergelder.