Sturm "Zeynep": Schäden auf beiden Inseln

Sie hatten es in sich, die Stürme „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“. Nachdem sich das Wetter nun beruhigt hat, ist es Zeit für die Bestandsaufnahme. Während „Ylenia“ und „Antonia“ auf Föhr und Amrum keine Schäden verursachten, sind die von „Zeynep“ hinterlassenen Spuren auf beiden Inseln unübersehbar. Und so traf sich auf Föhr der Krisenstab, der sich auch in der Nacht zum Sonnabend im Feuerwehrgerätehaus in Wyk ständig über die Entwicklung informiert hatte, bereits am Sonnabendnachmittag zu einer ersten Nachlese im Wyker Amtsgebäude.

Auf Amrum gab es abgesehen von Überflutungen Schäden in Nebel und Norddorf. „Am gravierendsten sind hier die Schäden an der Nordspitze“, berichtet Norddorfs Bürgermeister Christoph Decker von großen Sandabbrüchen rund um Ban Horn. Dies sei bei jedem Sturm der neuralgische Punkt. Einen kleinen Durchbruch gab zudem an der letzten Düne auf der Nordspitze.

Aus Nebel berichtet Bürgermeister Cornelius Bendixen von „sehr großen Schäden an unseren Wattwegen“. Der Weg Nebel – Steenodde sei teilweise in der Breite völlig weg und das Meer an diesen Stellen fünf bis acht Meter ins Land eingedrungen. Der Wattweg nach Norddorf sei ebenfalls stark beschädigt. Auch von einer vollgelaufenen Koppel in Steenodde berichtet der Bürgermeister. Durch den Rückstau sei die Straße überflutet. „Der Sandverlust am Strand ist erheblich. Die touristische Infrastruktur scheint jedoch noch zu funktionieren“, so Bendixen. Dies sei allerdings noch nicht abschließend geprüft.

Auf Föhr sind die Schäden gravierender. „Wir haben wieder ein Kliff in Goting und der Inselsockel ist angegriffen“, sprach Nieblums Bürgermeister Friedrich Riewerts von einer Katastrophe. An einigen Stellen in Richtung FKK-Strand sei der Sand verschwunden und der nackte Mutterboden zu sehen. „Ich glaube nicht, dass wir dort überhaupt noch einen Strand haben“, so Riewerts. Gefühlt gebe es keinen Höhenunterschied mehr zwischen Strand und Watt. Die Infrastruktur sei weg und in Richtung Hedehusum stünden die Bänke im Watt. Große Teile des FKK-Strandes seien abgebrochen und mitgespült worden. Abbrüche, die nun auf etwa sechs Kilometer Länge auf dem Nieblumer Strand zu finden sind.

Massive Schäden gibt es auch in Utersum. An einer Stelle kam es zum Deichdurchbruch und alle Dünen, die bisher als Puffer dienten, sind weg. „Wir haben hier wieder den Zustand aus der Zeit, ehe Sand aufgespült wurde“, sagt Amtsvorsteherin Heidi Braun, und die Abbruchkante sei zu sehen. Insbesondere bei der Kurklinik seien die Steine aus der Befestigung gebrochen, die als Sicherung der Deichkante dienten.

Im Wyker Hafen waren ebenfalls einige Schäden zu verzeichnen. So fiel der Anleger 1 wohl wegen eines Kurzschlusses aus und am Anleger 3 hielt ein Teil der Verglasung Wind und Wellen nicht stand.

Dass sich darüber hinaus die Standfestigkeit der Strandpromenade bewährt habe, betonte Bürgermeister Uli Hess. Schäden seien nicht zu erkennen. Lediglich das Wasser sei hochgeschwappt und habe jede Menge Treibsel auf die Strandpromenade gespült. Auch am Wyker Strand sei der Sandabtrag enorm. Da Sand nicht aus dem Watt heraus aufgeschoben werden darf, sieht Hess „immense Schwierigkeiten“, wenn die Saison wieder beginnt. „Wir können versuchen, ein bisschen zusammenzukehren, aber das wird nicht reichen.“

Keine Probleme meldete Hark Ketelsen, Verbandsvorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Föhr sowie des Deich- und Sielverbandes und des Forstbetriebsverbandes. Notstromaggregate hätten Probleme mit der Trinkwasserversorgung verhindert. In Oldsum und Dunsum habe der Stromausfall zu einer Unterbrechung der Schöpfwerke geführt, die nicht über Notstromaggregate verfügen. So fiel das Schöpfwerk in Dunsum für rund 30 Minuten aus und lief dann eigenständig wieder an. Das Schöpfwerk in Oldsum musste von Hand wieder angestellt werden; hier wurde zirka dreieinhalb Stunden nicht gefördert. Der Teil der umgestürzten Bäume im Amts- und Stadtforst halte sich sehr in Grenzen. Für Ketelsen ein Indiz, dass die Orkanböen doch nicht so ausgeprägt waren, wie anfangs befürchtet worden war.


Der rund einstündige Stromausfall auf beiden Inseln machte einmal mehr die Abhängigkeit gerade in Krisenzeiten deutlich. Selbst über Mobilfunk konnte nicht mehr kommuniziert werden. Hier Abhilfe zu schaffen, ist jetzt oberstes Ziel aller Verantwortlichen.