Würdevolles Gedenken am Volkstrauertag auf dem Friedhof St. Nicolai in Boldixum

17.11.2025 

Der Volkstrauertag wiegt jedes Jahr schwer. Zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag wird den Opfern der beiden Weltkriege sowie der im Einsatz der Bundeswehr gefallenen Soldaten und allen zivilen Opfern von Gewalt, bewaffnetem Konflikt und Kriegen gedacht. Und auch denen, die bis heute darunter leiden. 

Auf dem Friedhof von St. Nicolai in Wyk-Boldixum konnte an diesem 16. November das schöne Wetter die gedämpfte Stimmung nur wenig aufheitern. Zu aktuell, zu nah sind die Leiden, die Europa derzeit den Atem stocken lassen. Menschen fliehen und werden getötet. Es zeigt, wie Wrixums Bürgermeisterin Heidi Braun es ausdrückte, dass der Volkstrauertag stets daran erinnert, „dass Frieden immer wieder neu errungen werden muss.“ Vor 62 Gräbern von Soldaten und Kriegsverwundeten stehend, die zwar den Zweiten Weltkrieg überlebt aber nicht überstanden haben und fern der Heimat im Reservelazarett Wyk verstorben sind, fügte sie hinzu: „Wir dürfen die Schrecken aus der Vergangenheit nicht verdrängen, sondern müssen aus ihnen lernen.“ 

Ingo Langhans, Schulleiter der Eilun Feer Skuul, schilderte in seiner Rede am großen Ehrenmal seine bewegende Familiengeschichte, die ihn bis heute persönlich geprägt hätte. Vor dem Denkmal mit der Inschrift: „Unser Opfer ist Eure Verpflichtung: Frieden“, mahnte Langhans, dass man seit des Ukraine-Russland-Krieges wisse, dass in Europa wieder andauernde konventionelle Kriege möglich seien. Zurückschauend auf 80 Jahre Frieden in Deutschland, wären plötzlich Themen wie Einsatzbereitschaft, Kriegstüchtigkeit und Sondervermögen in aller Munde. Nun habe die Regierungskoalition eine flächendeckende Musterung aller 18jährigen ab 2026 beschlossen. Das Ehrenmal am Boldixumer Friedhof sei „ein Mahnmal für das friedliche Miteinander“, so Langhans. „Möge sich die Zahl derjenigen, der wir hier gedenken, nicht erhöhen.“

Worte, die jeden der Anwesenden - vom Berufstätigen, zum Rentner, zum Urlauber bis hin zum Konfirmanden - noch eine Weile beschäftigen werden.