Landrat Florian Lorenzen übergibt Notstromaggregat für den Katastrophenschutz

16.07.2026

Was bringt die Zukunft? Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die Insulaner mit dieser Frage. Denn anders als in manch anderer Region Deutschlands heißt es auf Föhr, „für den Fall der Fälle“ jederzeit besonders gut vorbereitet zu sein. Schließlich ist man möglicherweise auf sich allein gestellt. Konzentrierten sich früher die Vorkehrungen in erster Linie auf Sturmfluten und Großbrände, hat sich die Bedrohung gerade in den letzten Jahren weiterentwickelt. 

Während früher der Fokus in erster Linie auf der Kontrolle der Deiche und Kaimauern sowie dem Abfüllen einer ausreichenden Menge an Sandsäcken lag, denkt man auf Föhr spätestens seit der Nacht zum 19. Februar 2022 auch über die Möglichkeit eines längeren Stromausfalls nach. Damals war es in Folge des schweren Orkantiefs „Zeynep“ zu einem rund einstündigen Ausfall auf Föhr (und auch Amrum) gekommen. Statt dem angekündigten Hochwasser von 2 Metern, waren plötzlich 2,97 Metern zu verzeichnen gewesen. Glücklicherweise konnten damals vorhandene Notstromaggregate Probleme mit der Trinkwasserversorgung verhindern. Doch das Schöpfwerk in Dunsum fiel für 30 Minuten aus und das Schöpfwerk in Oldsum konnte sogar für 3,5 Stunden nicht fördern. Beide verfügten damals noch über kein Notstromaggregat und mussten per Hand wieder gestartet werden. Dies verdeutlichte die Abhängigkeit in Krisenzeiten. Selbst über Mobilfunk konnte nicht mehr kommuniziert werden.

Um in Zukunft bestmöglich vorbereitet zu sein, hat sich das Amt Föhr-Amrum mit allen Gemeinden in Sachen Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutz komplett neu aufgestellt. Über die Vorgaben des Landeskatastrophengesetzes hinaus (z.B. Schutzziel der vulnerablen Gruppen), werden nötige Vorarbeiten auf Föhr und auch Amrum durchgeführt. Entsprechend sind Krisenstäbe incl. Alarmierungs-Apps eingerichtet worden. Hier spielt auch die letzte Aufrüstung der Feuerwehren und die Wartung bzw. Neuanschaffung der Sirenen mit rein, wie die jüngste Anmietung einer Lagerhalle für Kat-Schutz-Material in Alkersum. Dort sollen zukünftig neben Ersatzkleidung für die Feuerwehr auch Tische, Bänke, Feldbetten sowie Wolldecken, aber auch Heizstrahler, Notstromaggregate (z.B. für Handys) und eine Sandsackabfüllmaschine gelagert werden.

Parallel hatte der Kreis Nordfriesland im September 2025 in der Aktion „Hest allens paraat“ die Bevölkerung aufgefordert, sich ebenfalls eigenverantwortlich vorzubereiten, falls eine schwere Sturmflut die Inseln trifft, 15 Liter Starkregen/m² innerhalb einer Stunde fallen oder es 72 Stunden lang keinen Strom gibt.

„Wir alle wissen nicht, was in den nächsten Monaten oder Jahren auf uns zukommen kann. Unsere Wehren sind jedoch gut ausgebildet, gut ausgerüstet und gut untergebracht. Dies ist ein Pfund, auf das wir bauen können und das uns Zuversicht gibt“. 

Wyks Bürgermeister Uli Hess

Wie ernst der Kreis das Thema nimmt, wurde jetzt beim Föhr-Besuch des Landrates Florian Lorenzen deutlich. Denn dieser nutzte die Gelegenheit, um Amtsdirektor Christian Stemmer ein Bauer GFS-50 ATS-Notstromaggregat mit einer Dauerleistung von 50 kW / 62,5 kVA für die kritische Infrastruktur zu überreichen. Im Falle eines langanhaltenden Stromausfalles soll das Gerät einen wichtigen Beitrag zur Resilienz der Insel Föhr leisten. 

Christian Stemmer dankte dem Landrat für das Aggregat, das eine wertvolle Hilfe zur Gefahrenabwehr der gesamten Insel leiste. Die Freiwillige Feuerwehr Wyk wird das Notstromaggregat stellvertretend für die Föhringer Gemeinden in ihrem neuen Anbau unterbringen und verspricht, es durch Wartung und durch regelmäßige Übungen stets einsatzbereit vorzuhalten.