Partys am Strand: Lärm und Müll sorgen für Ärger

Sachbeschädigungen, Lärmbelästigungen, Müll und die Nutzung des Strandes und des Hafenbereiches als Toiletten hatten in jüngster Vergangenheit zugenommen und zu zahlreichen Beschwerden geführt. Die Stadt Wyk will gegensteuern und Bürgermeister Uli Hess hatte gemeinsam mit Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei, des Hafenamtes und des Tourismus Maßnahmen erörtert.

Partys am Strand gab es immer schon, diese haben allerdings im Zuge der Corona-Pandemie stark zugenommen. Das gilt auch für die Anzahl derer, die eigens für eine „Strandpartynacht“ vom Festland an- und mit der ersten Fähre am nächsten Morgen wieder abreisen. Eine Klientel, die sich mit Blick auf das erste Schiff gezielt im Hafenbereich aufhält. Das führte dazu, dass sich Kapitäne der ersten morgendlichen Fähren beschwerten: Nicht selten musste als erste Handlung im Bereich der Rampen Müll weggeräumt werden.

Am Sandwall und im Bereich der Mittelbrücke haben sich Jugendliche und Erwachsene schon immer getroffen. Auch sie zieht es bei zunehmend schlechter Witterung in den Hafenbereich. Insgesamt aber ist der Zeitraum überschaubar, betrifft in der Saison rund zwei Monate im Jahr. Hier will die Stadt nun mit Blick auf die kommende Saison gezielt reagieren und für diesen Zeitraum zusätzliche Sicherheitskräfte beauftragen, die im Strand- und Hafenbereich Präsenz zeigen. Angesichts anstehender Haushaltsberatungen werden derzeit Vorgespräche geführt. „Wir werden diesen Dienst in Anspruch nehmen, der genaue Zeitraum wird noch definiert“, betonte Uli Hess. Der ankündigte, dass das Thema auch im Fachausschuss Föhr auf die Tagesordnung kommen soll, um auch Utersum und Nieblum einzubinden und möglichen Verdrängungsprozessen vorzubeugen.

Dass ein Betretungsverbot in bestimmten Hafenbereichen wenig nutze, betonte Hafenamtsmitarbeiter Gerd Jakobsen. Auch zusätzliche Mülleimer seien nicht nötig. „Davon sind genügend vorhanden, sie müssen nur genutzt werden.“ Aufgegriffen wurde auch die Kritik an den nachts geschlossenen Toiletten im Hafenamt. Abgesehen von den Sachbeschädigungen sei dem Mieter der dortigen Wohnung im Obergeschoss eine durchgehende Öffnung nicht zuzumuten. Abhilfe schaffen soll in der kommenden Saison ein zusätzlicher Toilettencontainer im Hafenbereich. Dieser würde geöffnet, wenn die Sanitäranlagen im Hafenamt verschlossen werden, und umgekehrt.

Veranstaltungen im Hafenbereich – hier hatte es im Zuge der Pandemie eine deutliche Steigerung gegeben - sollen wieder eingeschränkt und auf die klassischen Events zurückgeführt werden. Wie diese besser kanalisiert und verteilt werden können, soll in Gesprächen mit der Föhr Tourismus GmbH erörtert werden. „Abgesehen von der Fischmarktpier ist der Hafenbereich für Veranstaltungen relativ ungeeignet“, betonte Jakobsen. Rettungswege müssen frei bleiben und Skipper übernachten in ihren Booten. Für sie ist eine stundenlange musikalische Beschallung schlicht unzumutbar. So könnten künftig bestimmte Hafenbereiche generell für Veranstaltung gesperrt werden. Vorgaben, die die FTG dann in ihrer künftigen Planung berücksichtigen müsste.

Konsens war, dass das Problem nicht überbewertet, sondern eingedämmt werden soll. Corona habe für eine Extremsituation gesorgt, die sich auch im Verhalten einiger Jugendlicher spiegelt. „Wir nehmen uns selbstverständlich dieser Thematik an und wollen insbesondere die jungen Leute einbinden“, so Hess. So soll in Gesprächen mit Jugendlichen – unter anderem in der Eilun-Feer-Skuul – Vorschläge eingeholt und noch einmal dargelegt werden, dass ab einer bestimmten Zeit die Ruhe einzuhalten ist und Sachbeschädigungen indiskutabel sind. Sollten Zerstörungen, Schmierereien und übermäßiger Lärm anhalten, wäre dies ein Zeichen, dass Jugendliche an Angeboten nicht interessiert sind. In der Folge könnten Verwarnungen und Bußgelder für eine heilsame Wirkung sorgen.