Anstelle des Güterschuppens der Reederei will die Stadt ein Restaurant mit regionaler Küche ansiedeln

Es ist keine neue Erkenntnis: Das gastronomische Angebot in Wyk ist in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen und mittlerweile sehr überschaubar. Eine Situation, die durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Auflagen noch stärker in den Fokus gerückt ist und für Unmut bei Einheimischen und Gästen gesorgt hatte.

Auch die Verantwortlichen der Stadt haben das Problem erkannt. „Wir sind angesichts rückläufiger gastronomischer Einrichtungen aufgefordert, das Thema nicht nur planungsrechtlich, etwa in den Bebauungsplänen, zu berücksichtigen“, betont Wyks Bürgermeister Uli Hess. Gemeint ist die beabsichtigte gastronomische Nutzung in den Erdgeschossen einiger geplanter Neubauten im Stadtgebiet. Dass diese die Lücke nur teilweise schließen, ist Hess überzeugt. Weshalb die Stadt über ihren Hafenbetrieb im Bereich des Binnenhafens eine neue gastronomische Einrichtung schaffen will.

Weichen soll dafür der Güterschuppen der Wyker Dampfschiffs-Reederei. „Ein wichtiger Standort im Wyker Hafen, der für die Abwicklung des Stückgutverkehrs nicht mehr benötigt wird“, so Hess. Hafen, Marina und Segelboote: Die Fläche des Hafenbetriebes würde sich mit ihrer Atmosphäre anbieten. Ein weiterer Vorteil sei, dass sich Anwohner in den Abendstunden nicht belästigt fühlen würden.

Zudem sei eine gastronomische Einrichtung an dieser Stelle eine gute Ergänzung zum „Heimathafen“. Hier eine Lokalität für ein eher jüngeres Publikum und auf der anderen Seite des Hafenbeckens eher der kulinarische Teil; mit Innen- und Außenbereich und ganzjährig geöffnet. „Ein Konzept mit einem regionalen Angebot kann eine Bereicherung sein und die auf der Insel in den vergangenen Jahren rückläufige Gastronomie ergänzen“, sagt Hess. In einer Lage, in der nicht nur der klassische Feriengast, sondern auch der Tagesgast willkommen sei.

Investor, Konzept und Betreiber sollen im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs gesucht werden. Wyks Bürgermeister setzt auf Interessenten, die „ein ansprechendes Objekt mit einer guten gastronomischen Konzeption anbieten, in der sich das Thema regionale Küche in Verbindung mit der Insel und dem Meer auf der Speisekarte wiederfindet.“ Uli Hess hofft auf rege Beteiligung und eine finale Entscheidung bis Ende des Jahres.

Die Ausschreibung des EU-weiten Teilnahmewettbewerbes mit allen Informationen zum Vorhaben der Stadt Wyk wurde im EU-Amtsblatt unter der Nummer 2022/S 052-136495 bekannt gemacht. Sie ist unter dem Link ted.europa.eu/udl erreichbar.