Betriebssicherheit der Pumpwerke im Fokus

Seit einigen Jahren haben die Wyker Verantwortlichen die Betriebssicherheit insbesondere der großen städtischen Pumpwerke auf der Agenda. Diese tun seit rund fünf Jahrzehnten ihren Dienst und Ersatzteile sind kaum zu kriegen. Kostspielige Sanierungen sind deshalb notwendig, um die Anlagen hydraulisch nicht nur den aktuellen Anforderungen, sondern darüber hinaus auch an den künftigen Bedarf anzupassen.

„Eine sinnvolle Investition für die Infrastruktur der Insel“, wie Wyks Bürgermeister Uli Hess betont. Denn auch bei steigenden Touristenzahlen muss gewährleistet sein, dass das Abwasser ordnungsgemäß abgeführt wird und die Abwassergebühr für die Insulaner dennoch konstant bleibt.

Bereits 2013 war das Pumpwerk Waldstraße zur Entlastung des Wyker Südstrandes fertiggestellt worden. 1,3 Millionen Euro investierte die Stadt seinerzeit. In den Kosten enthalten war auch die rund 2,4 Kilometer lange Transportleitung zur Kläranlage Wyk.

Nach der Sanierung des Pumpwerks in Boldixum (2018 bis 2020) für rund 750.000 Euro folgte nun die Anlage im Koogskuhl. Nach derzeitigem Stand sind für die Stadt hier Kosten in Höhe von zirka 780.000 Euro angefallen. Ab Februar 2021 wurde das Pumpwerk durch die Rotaria Energie- und Umwelttechnik GmbH vollständig saniert. Dazu zählten die Inbetriebnahme einer provisorischen Pumpstation für die Bauzeit, die vollständige Entkernung des vorhandenen Baukörpers, der Wiederaufbau und die technische Neuausstattung sowie die Sanierung der Außenanlagen und Einzäunung. Einige Restarbeiten im Außenbereich sollen bis Ende Oktober erledigt sein.

Das Abwasserhauptpumpwerk Koogskuhl stellt neben den Abwasserpumpwerken Boldixum und Waldstraße eines der zentralen Anlagen im Einzugsgebiet der städtischen Kläranlage dar. Es fördert wesentliche Anteile des im Stadtgebiet anfallenden Abwassers über zwei Druckrohrleitungen direkt zur Kläranlage Wyk. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 1981. Vor Sanierungsbeginn wiesen Maschinen- und Elektrotechnik sowie die bauliche Substanz zum Teil erhebliche Mängel auf.

Die Planung der vollständigen Sanierung der vorhandenen maschinen- und elektrotechnischen Anlagenteile sowie der Behebung der wesentlichen baulichen Mängel erfolgten ebenso wie die örtliche Bauüberwachung durch die Ingenieurgesellschaft Steinburg.

Bereits seit Ende März 2021 fördern die neuen Schmutzwasserpumpen bis zu zirka 100 Liter Abwasser pro Sekunde zur städtischen Kläranlage. Die verbaute Mess- und Steuerungstechnik erfasst die Menge des aus dem Stadtgebiet zufließenden Abwassers, die Drehzahl der eingebauten Pumpen wird vollautomatisch der zufließenden Abwassermenge angepasst. Somit werden die Pumpen möglichst energieeffizient betrieben.

Nach der technischen Abnahme blickt Bauamtsmitarbeiter Thomas Pielke bereits voraus: „Im kommenden Jahr soll das Pumpwerk Hamburger Kinderheim folgen.“