Neujahrsgruß 2022

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ich hoffe, Sie blicken trotz aller derzeit nötigen Einschränkungen auf eine schöne Weihnachtszeit und einen angenehmen Jahreswechsel zurück. Das nun begonnene Jahr ist das dritte, in dem die Corona-Pandemie unser tägliches Leben nachhaltig beeinflusst. Und so lautet mein Wunsch für alle Insulanerinnen, Insulaner und Gäste für dieses Jahr, dass das Virus beherrschbarer wird und uns alle weniger einschränkt.

2021 war von Höhen und Tiefen geprägt. So waren wir im Mai Teil der Modellregion Nordfriesland, verbunden mit der Chance, dass Reisen in Pandemiezeiten wieder möglich wurden. Viel Aufwand hatten die Verantwortlichen auf beiden Inseln für eine kurze Episode betrieben, denn bereits nach gut zwei Wochen wurde das Thema zu den Akten gelegt, öffnete Schleswig-Holstein den Tourismus unter Auflagen wieder landesweit.

Ab Mitte Mai nahm die Saison wieder Fahrt auf. Gerade rechtzeitig, auch wenn sich der Einzelhandel sicherlich nicht von den Einbußen erholen konnte. Zu sehr hatte das wirtschaftliche Leben schon unter den Restriktionen gelitten. Deutlich wurde einmal mehr: Der Tourismus ist und bleibt die Haupterwerbsquelle der Insulaner. Um dies auch künftig zu gewährleisten, müssen sich die Insel und auch die Stadt Wyk weiterentwickeln. Dass dieses Ziel erreicht wird, dazu wollen wir mit zahlreichen Projekten beitragen, die – teils schon angeschoben – uns auch in diesem Jahr begleiten werden.

Einschränkungen durch viele Projekte

Ein Baustein ist der Umbau der Großen Straße. Auch dieses Projekt ist mit Einschränkungen verbunden und mir ist die schwierige Situation der Geschäftsleute bewusst. Aber die Umsetzung war unausweichlich und wird für eine erhöhte Aufenthaltsqualität für Einheimische und Urlauber sorgen, die sich am Ende auch positiv auf den Handel auswirken wird. Wir sind zufrieden mit dem Bauverlauf und gehen weiterhin davon aus, dass die Maßnahme bis Mai dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Ein Abschluss, den wir gern mit einer Einweihungsfeier – vielleicht sogar ohne Corona-Bedingungen – begehen würden.

Froh bin ich auch, dass die Arbeiten für den Anbau an das Feuerwehr-Gerätehaus am Rebbelstieg gut vorankommen. Wir liegen im Zeitplan und sind froh, dass die Ausführung in den Händen einheimischer Firmen liegt. Mit der Fertigstellung rechnen wir für Mitte dieses Jahres.

Weiterhin mit Nachdruck arbeiten wir an unseren Projekten Aquaföhr und Mittelbrücke. Beide sind mit großem bürokratischem Aufwand verbunden, den wir nicht ganz so hoch eingeschätzt hatten, wie er sich im Verlauf der Vorbereitungen schließlich darstellte. Nicht zuletzt wurden wir auch Corona-bedingt im Zeitplan zurückgeworfen.

Wichtige Entscheidungen für die Zukunft

Ob Tourismus- oder Ortskernentwicklungskonzept: Uns ist bewusst, dass mit diesen Großprojekten Veränderungen einhergehen. Liebgewonnenes verschwindet und Neues entsteht. Doch Stillstand ist Rückschritt und vieles ist in die Jahre gekommen. Wie in jeder Generation müssen Entscheidungen auch für die Zukunft getroffen werden. Die oft mit hohen Kosten verbunden sind, weshalb wir stets bemüht sind, Fördergelder zu akquirieren. Bis heute konnten wir immer wieder Fremdmittel einwerben und so die Voraussetzungen schaffen, dass die Belastung für den städtischen Haushalt überschaubar bleibt.

Ein weiteres großes Thema ist der bezahlbare Wohnraum für Insulaner. Ich bin froh, dass kürzlich auf Amtsebene mit allen Gemeinden zusammen die Wohnungsbaugenossenschaft gegründet wurde. Für Wyk bedeutet dies, dass wir auf einer Fläche der Stadt in diesem Jahr nicht nur in die Planungs-, sondern hoffentlich auch schon in die Realisierungsphase eintreten können.

Mit der gemeinsamen Idee der Inselwerke Föhr-Amrum GmbH ganz im Sinne unserer Aussage „von der Insel für die Insel“ sind wir ebenfalls einen Schritt weitergekommen. Aber für alle Visionen gilt: Gut Ding will Weile haben. Erfreut bin ich über den gezeigten Gemeinschaftssinn zwischen Föhr-Land und der Stadt Wyk: Die Zusammenarbeit und der konstruktive Austausch der Bürgermeister macht Lust auf mehr.

Trendwende: Auf E-Mobilität setzen

Visionär ist vor dem Hintergrund der Energiewende und der Verringerung des CO2-Ausstoßes auch das Thema Mobilität. Hier ist eine Trendwende dringend nötig. Um auf E-Mobilität zu setzen, ist die entsprechende Infrastruktur unverzichtbar; müssen möglichst schnell Ladesäulen geschaffen werden. In einem ersten Schritt setzen wir auf die Tankstelle, die derzeit im Gewerbegebiet entsteht und künftig Schnellladesäulen vorhalten wird. Und auch in den Landgemeinden sollen an zentralen Stellen Ladesäulen zur Verfügung stehen. Eine Entwicklung, an der auch die zu gründende Inselenergie Föhr-Amrum GmbH beteiligt sein wird.

Insgesamt gilt es, alle Bereiche vom E-Auto über den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis zu Radfahrern und Fußgängern gleichermaßen zu berücksichtigen. Zum Thema ÖPNV wird es Gespräche mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei geben, um mittelfristig Veränderungen herbeizuführen. Aufgegriffen wurde auch die Kritik an dem schlechten Zustand der Fahrradwege. Derzeit bemühen wir uns um die nötigen Fördergelder, um zumindest das vorhandene Radwegenetz zu sanieren und später weiter auszubauen.

Gastronomisches Angebot steigern

Es wird – hoffentlich noch in diesem Jahr – einen „Tag nach Corona“ geben. Spätestens dann muss uns die Frage beschäftigen, wohin sich der Tourismus in den nächsten Jahren entwickeln soll. Ob die Zahl der Ferienwohnungen immer weiterwachsen muss, ist dabei eine ebenso wichtige Frage wie die der ausreichenden Gastronomie. Hier besteht Handlungsbedarf. Ich wünsche mir ein umfangreicheres Angebot und hoffe mittelfristig auf eine positive Entwicklung. Auch wir als Stadt werden in den kommenden Jahren versuchen, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen und wenn möglich Unterstützung zu leisten. Bei allen Maßnahmen und Entscheidungen muss es am Ende gelingen, die Gäste mitzunehmen und die Insulanerinnen und Insulaner soweit einzubinden, dass es zu einer positiven Balance kommt.

Interessen junger Menschen vertreten

Schließlich möchten wir auch mehr auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür wäre ein Jugendbeirat, der die Interessen junger Menschen in den Gremien der Stadt vertreten würde. Ein Dauerthema, das bei den Betroffenen in den vergangenen Jahren leider auf wenig Resonanz stieß. Gerade dieses Gremium aber würde den notwendigen Dialog mit den jungen Menschen ermöglichen, weshalb wir unsere Bemühungen auch in diesem Jahr fortsetzen werden.

Neuer Online-Auftritt gut angenommen

Erfreut sind wir über die positiven Reaktionen auf den neuen Internetauftritt der Stadt. Dieser war im Juni an den Start gegangen, nachdem die alte, nicht mehr zeitgemäße Homepage komplett überarbeitet worden war. Schlicht, übersichtlich und vor allem bedienerfreundlich finden sich unter www.wyk.de Informationen zur Stadt- und Seebadgeschichte, den städtischen Eigenbetrieben sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen. Dazu kommen Wissenswertes für Touristen und die Möglichkeit, online Strandkörbe zu buchen, sowie aktuelle Meldungen und Informationen zu den Projekten der Stadt.

Danke sagen möchte ich abschließend meinen Kolleginnen und Kollegen in der Stadtvertretung und den übrigen Gremien, den Mitarbeitenden des Amtes sowie der Stadt und allen, die Anteil hatten, dass die Projekte der Stadt und der Insel Fortschritte machen. Bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr
Uli Hess