Radverkehr ein erster Schwerpunkt

Der Auto-Verkehr ist in den vergangenen Jahren auch auf Föhr kontinuierlich angestiegen. Wird hier nicht gegengesteuert, sind Probleme im Leistungsbereich zumindest in Teilen der Insel programmiert. Um einen Mobilitätswandel einzuleiten und den Individualverkehr zu verringern, hatte die Stadt ein Verkehrs- und Mobilitätskonzept beim Wasser- und Verkehrskontor (WVK) in Auftrag gegeben. Dieses liegt mittlerweile vor und rät zu einem zielorientierten Mobilitätsmanagement. Mit dem Ziel, durch verkehrslenkende Maßnahmen ein verändertes Verkehrsverhalten voranzutreiben.

Aufgegliedert in 20 Schlüsselmaßnahmen

Das Konzept liefert Vorschläge und Impulse, die in 20 Schlüsselmaßnahmen aufgegliedert sind und ähnlich einem Baukastensystem sukzessive umgesetzt werden könnten. Dabei reichen die Maßnahmen von der Einrichtung eines Carsharing-Angebotes über die Umstrukturierung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) bis hin zu der Einschränkung der Kfz-Verkehre in der Fußgängerzone und der Einrichtung von Fahrradstraßen.

Mobilität und Nachhaltigkeit sollen sich nicht ausschließen. Dabei ist die Frage, wie sich Einheimische und Gäste künftig fortbewegen könnten, nicht nur in Wyk aktuell. Weshalb sich jüngst neben dem städtischen Umweltausschuss und der Stadtvertretung auch der Fachausschuss Föhr mit dem Konzept befasste. Individualverkehr, Fahrradfahrer, ÖPNV und Fußgänger seien im Sinne einer Mobilitätsentwicklung gesamtinsular zu betrachten, hatte Wyks Bürgermeister Uli Hess betont: „Angestrebt wird eine nachhaltige Mobilität, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch sinnvoll ist.“

Wie zuvor in den Fraktionen stieß das Konzept des WKV auch in den Gremien auf ein positives Echo. Einig ist man sich, dass der Radverkehr in Wyk und auf Föhr-Land vor dem Hintergrund möglicher Fördergelder ein erster Schwerpunkt sein soll. Denn der Bund habe für Radwege ein Förderpaket im Umfang von rund 1,3 Milliarden Euro aufgelegt, so Hess. Die sich daraus ergebenen Möglichkeiten sollen genutzt und ein Radwegekonzept Föhr als eine der Schlüsselmaßnahmen vorrangig in den Fokus gerückt werden.

Sorgen der Bürger berücksichtigen

Die Absicht, Radwege primär und als Gesamtkonzept für die Insel voranzutreiben, wurde konstruktiv diskutiert. Kritik gab es kaum, dafür zahlreiche Anregungen und Ergänzungen. So sollen unter anderem touristische Radrouten und sonstige Fahrradwege und -straßen ausgebessert oder neu geschaffen werden und eine bessere Beschilderung auf vorhandene Fahrradwege hinweisen. Zudem stehen die Kreuzung in Boldixum als Unfallschwerpunkt und eine Querungshilfe über die L 214 in Höhe des St.-Nicolai-Friedhofs im Fokus. Und Holger Frädrich, Vorsitzender des Umweltausschusses, forderte die Kommunalpolitiker auf, Sorgen und Verbesserungsvorschläge von Bürgern bezüglich der Fahrradwege zu sammeln. Diese sollen nach Möglichkeit bei der Planung und Umsetzung des Radwegekonzeptes berücksichtigt werden.

Wenn die Corona-bedingten Einschränkungen es zulassen, soll das Verkehrs- und Mobilitätskonzept im Rahmen einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden.