Neujahrsgruß der Stadt Wyk auf Föhr 2012 
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
so turbulent wie 2010 mit dem 100-jährigen Stadtjubiläum ging es im
vergangenen Jahr nicht zu – aber viele kleinere und größere Ereignisse haben
auch dem Jahr 2011 ihre Stempel aufgedrückt und bedürfen der Weiterentwicklung
im neuen Jahr.
Nachdem die „Schöneberger" im Sommer ihr neues Domizil in der
Boldixumer Straße bezogen haben und die Stadtvertretung fast zeitgleich den
Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan zur Realisierung des Hotelprojektes an
der Gmelinstraße gefasst hat, sind die vorbereitenden Verfahren nunmehr so weit
fortgeschritten, dass Anfang Januar mit dem Abriss des alten Hauses Schöneberg
eine gut zwei Jahre dauernde Bauphase beginnt. Bisher ist mit einer Einweihung
des Hotelkomplexes zur Saison 2014 zu rechnen.
Weiterhin schwierig gestalten sich die Bemühungen der Stadt, unter dem
Aspekt der Daseinsfürsorge Bauflächen für den Wohnungsbau für Einheimische
zu bezahlbaren Preisen auszuweisen. An zwei Stellen sind die Kauf- und
Tauschverhandlungen gescheitert, da die Preisvorstellungen der bisherigen
Grundeigentümer und der Stadt zu weit auseinander liegen. Wir bleiben bei
unserem Grundsatz, dass die Überplanung z.B. landwirtschaftlicher Flächen zu
Wohnbauflächen erst erfolgt, nachdem die Stadt die Verfügbarkeit über die
Grundstücke erhalten hat. Auch im neuen Jahr setzen wir die Gespräche und
Verhandlungen dort fort, wo berechtigte Hoffnungen auf Erfolge erkennbar sind.
Dabei geht es uns nicht nur um die Ausweisung von Grundstücken für Ein- oder
Mehrfamilienhäuser für bauwillige Einheimische, sondern insbesondere um die
Schaffung von kostengünstigem Mietwohnraum. Zur Absicherung einer langfristigen
Nutzung als Dauerwohnraum ist eine Vergabe in Erbpacht vorgesehen. Wir wollen
für heutige und zukünftige Generationen vermeiden, dass Föhrer auf das
Festland abwandern müssen, weil sie sich das Wohnen auf der Insel nicht mehr
leisten können!
Mit diesem Ziel haben wir auch gern die dankenswerte Initiative zum
Mehrgenerationen-Wohnhaus in der Strandstraße gefördert und freuen uns mit der
Genossenschaft über den Baubeginn. Leider hat sich das Bauvorhaben für ein
stadtnahes Wohnen in der Boldixumer Straße bisher nicht realisieren lassen. Die
Stadt unterstützt in ihrem Rahmen die Bemühungen, das Projekt plangemäß
umzusetzen.
Der Klimawandel erfordert den Umstieg auf regenerative Energien. Da wir auf
der Insel hinsichtlich des Repowering der vorhandenen Windkraftanlagen von der
Landesplanung ausgebremst werden, versuchen wir den Energiewandel durch
zahlreiche Kleinprojekte voranzubringen. Zum Beispiel plant der Hafenbetrieb
diverse innerstädtische Arbeiten mit einem neuen Elektrofahrzeug auszuführen,
das durch die betriebseigenen Fotovoltaik-Anlagen gespeist werden soll.
Im Jugendzentrum gibt es unvorhergesehene Personalwechsel. Bedauerlicherweise
verlässt die Leiterin nach elf Monaten die Insel, weil ihr Ehemann hier keine
geeignete Arbeit gefunden hat. Wir hoffen, dass die Stelle schnell wieder
besetzt wird, so dass die notwendige Jugendarbeit mit einem kompletten Team
fortgesetzt werden kann. Auch der Streetworker hat nach mehrjährigem
engagiertem Einsatz nun einen anderen Arbeitsplatz vorgezogen. Wir werden
überlegen, inwieweit die erneute Besetzung der Stelle noch stärker an das
Jugendzentrum angelehnt werden sollte.
Ein großer Teil des finanziellen Engagements im sozialen Bereich dient den
drei Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Hier haben wir sowohl die
Bereitstellung von ausreichend vielen Krippenplätzen als auch den
demografischen Wandel im Blick. Im sportliche Bereich ist neben der ständigen
Instandhaltung und Fortentwicklung der Spielplätze und den jährlichen
finanziellen Zuwendungen für die Vereine der Neubau des Helu-Sportheims
geplant.
Nach nun fünfjähriger Erfahrung mit der inselweit tätigen Föhr Tourismus
GmbH steht zwar die grundsätzliche Sinnhaftigkeit einer inselweiten
Zusammenarbeit außer Frage – aber an Umfang und Strukturen muss auch in den
kommenden Jahren gearbeitet werden, um die Akzeptanz bei den Akteuren zu
erhöhen. Auch die Zukunft des in die Jahre gekommenen AquaFöhr wird ein
Schwerpunkt in der Entwicklung der touristischen Infrastruktur sein müssen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Ihnen allen, die sich in vielfältiger
Art und Weise für unser Gemeinwohl engagieren, danken wir - insbesondere den
ehrenamtlich Tätigen - und bitten Sie, dieses Engagement auch zukünftig
fortzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für Gesundheit, Erfolg und
Zufriedenheit im Jahr 2012
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Stadt Wyk auf Föhr |
Heinz Lorenzen
Bürgermeister |
Ulrich Herr
1. stellv. Bürgermeister |
Dr. Silke Ofterdinger-Daegel
2. stellv. Bürgermeisterin |
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