Grußwort der Stadt Wyk auf Föhr zum Neuen Jahr 2010 
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
viel zu schnell liegt schon wieder ein Jahr hinter uns – wiederum Anlass,
zurück zu blicken und einen Ausblick auf das neue Jahr zu geben.
Im Bereich der Städteplanung treibt die Stadt die Realisierung neuer
Wohnformen voran und trägt hierdurch dem demografischen Wandel Rechnung. So
konnte der Bebauungsplan Nr. 48 für das Gebiet nördlich der Boldixumer Straße
nach sorgfältiger Abwägung der Eingaben von Anliegern im Jahr 2009 bis zur
Rechtskraft fortgeführt werden. Der Neubau für das Paritätische Haus
Schöneberg ist begonnen und das Wohnprojekt für Menschen mit Betreuungsbedarf
wird folgen. Die Stadt ist zuversichtlich, dass Forderungen aus der
Nachbarschaft nach einem Baustopp und einem Normenkontrollantrag die Vorhaben
nicht verzögern oder gar gefährden werden.
Durch das Aufstellen eines weiteren Bebauungsplanes (Nr. 32) westlich der
nördlichen Strandstraße werden die Rahmenbedingungen für das von einer
Genossenschaft projektierte Mehrgenerationen-Wohnen geschaffen. Um
städtebaulich unerwünschte Ausstrahlungswirkungen auf die östliche Seite der
Strandstraße zu vermeiden, wird auch dieses Gebiet durch das Aufstellen eines
weiteren B-Planes (Nr. 12) überplant.
Auch die gemeinsam mit einem Investor und Betreiber durchzuführenden
Planungen für ein Hotel gehobenen Standards auf dem bisherigen „Schöneberger"-Gelände
zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur werden im Jahr 2010 in eine
konkrete Phase treten.
Mit dem Ziel der Erweiterung des Gewerbegebietes nach Westen mit einer
separaten Anbindung an die Landesstraße 214 (Umgehungsstraße) werden zurzeit
Grundstückskaufverhandlungen geführt. Damit soll zum einen auf die steigende
Nachfrage nach Gewerbegrundstücken reagiert werden und zum anderen
interessierten Betrieben eine Verlagerung von ihren bisherigen beengten oder in
einem Wohngebiet liegenden Standorten ermöglicht werden. So wird hier auch eine
Fläche für den Busbetrieb der W.D.R. als Ersatz für die bisherigen Anlagen in
der Strandstraße zu schaffen sein.
Die Neugestaltung von Sandwall und Königstraße ist plangemäß im Dezember
fertig gestellt worden. Dank gilt hier den Anliegern für ihr Verständnis für
die nicht vermeidbaren Unannehmlichkeiten während der Bauphase, dem Bau- und
Planungsamt des Amtes Föhr-Amrum für die intensive fachliche Betreuung und
insbesondere den ausführenden Firmen für die Qualität der Arbeiten und für
den entgegenkommenden Umgang mit den Wünschen der Anlieger. Gäste und
Einheimische äußern sich durchweg sehr positiv zu dieser nunmehr durchgehend
attraktiven Flaniermeile vom Hafen bis zum Ende der Promenade. Erfreulicherweise
sind auch aus den Reihen der Kritiker, die seinerzeit den Ausbau durch
Bürgerbegehren und Bürgerentscheid verhindern wollten, zustimmende
Äußerungen zu hören. Bei aller Umgestaltung durch neue Elemente scheint der
Sandwall sein Flair nicht verloren zu haben.
In Sandwall und Königstraße wurden in der Zeit seit dem Baubeginn im
November 2007 eingebaut: 3.062 qm gelbe Betonsteinplatten, 3.675 qm
Granitpflaster 10x10, 1.760 m Granit-Tiefbordsteine; es wurden rund 6.800 cbm
Boden bewegt. Die Kosten beliefen sich auf bisher rund 2,7 Millionen Euro
(Endabrechnung steht noch aus); gefördert wurde das Vorhaben mit rund 970.000
Euro durch das Landesprogramm Städtebauförderung.
Für die „Stadtmöblierung" mit Bänken, Hinweistafeln,
Fahrradständern usw. hat die Stadtvertretung nach intensiven Beratungen in den
zuständigen Ausschüssen Beschlüsse gefasst, so dass mit einer Realisierung
noch vor dem Sommer 2010 zu rechnen ist.
Für weitere größere Vorhaben, wie die Aufwertung der übrigen
Fußgängerzone im Stadtkern und weitere Maßnahmen aus der „touristischen
Perlenkette" sind Planungsmittel in den Haushalt für 2010 eingesetzt. Ein
Baubeginn ist jedoch im kommenden Jahr nicht zu erwarten. Trotz unserer
Enttäuschungen bei zunächst hoffnungsvollen Aussichten auf finanzielle
Förderung – auf die wir bei dem großen Umfang dieser Projekte angewiesen
sind – unternehmen wir weitere Planungsanstrengungen, um bei der nächsten
sich bietenden Fördermöglichkeit fertige Pläne parat zu haben. Wir wollen bei
dem bisher Erreichten nicht stehen bleiben und hoffen, dass die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung weitere Attraktivitätssteigerungen
ermöglicht.
Die Pläne für den durch den städtischen Hafenbetrieb zu bauenden
Seiteneinstieg an Fähranleger 3 liegen vor und mit einer Zusage für die auch
hier notwendige finanzielle Förderung wird noch im Januar gerechnet. Eine
Fertigstellung der Maßnahme rechtzeitig zum Eintreffen des neuen Fährschiffes
ist allerdings nicht mehr möglich, so dass sich die W.D.R. hier auf ein
hoffentlich nur kurzfristiges Provisorium einrichten wird.
Das Thema „Radfahren in der Fußgängerzone" hat im vergangenen Jahr
zahlreiche Gemüter heftig bewegt. Die nun von der Stadtvertretung beschlossene
Regelung „Radfahren frei von 22 bis 10 Uhr" wird wohl in wenigen Wochen
in Kraft treten. Nach einem Probejahr werden wir alle zumindest um eine
Erkenntnis reicher sein.
Sorgen bereiten uns die zunehmenden Verhaltensauffälligkeiten vieler
Jugendlicher. Der Einsatz eines „Streetworkers" hat sich schon in der
ersten Saison als wertvolle Unterstützung und Stärkung des Netzes der hier
tätigen sozialen Institutionen und Ordnungskräfte bewährt und wird intensiv
fortgesetzt. Mitglieder des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses erarbeitet
ein Konzept zur Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die
kommunalpolitische Willensbildung. Hierbei ist eine Unterstützung durch die
Schulen unerlässlich. Ein Treffen mit interessierten Jugendlichen im Dezember
war ein hoffnungsvoller Anfang, so dass die Aktivitäten fortgesetzt werden.
Im Jahr 2010 begeht Wyk auf Föhr das 100-jährige Stadtjubiläum. Aus diesem
Anlass sind zahlreiche Veranstaltungen in Vorbereitung, die sich hauptsächlich
in einer Festwoche vom 14. bis 22. August konzentrieren. Eine Gruppe aus
Kommunalpolitikern und weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern plant das
Programm seit Monaten mit dem Ziel, uns Einheimischen und unseren Gästen auf
vielfältige Weise das Gestern und Heute unserer Stadt nahe zu bringen. Für den
Erfolg und die Nachhaltigkeit dieser Jubiläumsveranstaltungen und
Präsentationen sind wir auf professionelle Hilfe genauso angewiesen wie auf die
Mitgestaltung durch Sie: unsere Einwohnerinnen und Einwohner.
All denjenigen, die sich schon Jahr für Jahr in vielen Bereichen
ehrenamtlich einbringen, danken wir herzlich und bitten um Fortsetzung und
Ausweitung dieses auch für unsere Stadt notwendigen Engagements auch im
kommenden Jahr.
Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für Gesundheit, Erfolg und
Zufriedenheit im neuen Jahr 2010
Heinz Lorenzen
Bürgermeister |
Ulrich Herr
1.stellv.Bürgermeister |
Silke Ofterdinger-Daegel
2.stellv.Bürgermeisterin |
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