Neugestaltung von Königstraße und Sandwall 
15.12.2009 -- Nach dem Bürgerentscheid vom 17.06.2007 wurden die Planungen für eine
Neugestaltung von Königstraße und Sandwall entsprechend dem Beschluss der
Stadtvertretung vom 08.03.2007 fortgesetzt. Zur Information der Gäste, der Anlieger und aller weiteren Interessierten
wird an dieser Stelle die Maßnahme vorgestellt:
Eine Ausführung ist in drei Bauabschnitten (1. BA - 3. BA) vorgesehen, wobei erst nach
Fertigstellung eines Bauabschnittes mit dem nächsten begonnen wird:
- 1. BA - Sandwall zwischen Mittelstraße und Süderstraße
- 2. BA - Sandwall zwischen Süderstraße und Feldstraße
- 3. BA - Königstraße/Sandwall zwischen Mittelstraße und Hafenstraße.
Bauliche Tätigkeiten erfolgen ausschließlich außerhalb der
Haupt-Saisonzeiten sowie unter der Prämisse, dass Anlieger sowie Gäste
möglichst wenig beeinträchtigt und belästigt werden. Es ist eine laufende Aktualisierung der Hinweise vorgesehen. Anregungen,
Ergänzungen und Kritik zum Aufbau und Inhalt dieser Informationen richten Sie
bitte direkt an das Bau- und Planungsamt des Amtes Föhr-Amrum, Herrn Pielke,
E-Mail: t.pielke@amt-foehr-amrum.de.
Allgemeines
Sehr geehrte Anwohner von Königstraße und Sandwall,
sehr geehrte Gäste,
seit Beginn der Maßnahme „Neugestaltung von Königstraße und Sandwall in
Wyk auf Föhr" im Dezember 2007 sind die Bauarbeiten schnell
vorangeschritten. So wurde der 1. Bauabschnitt (BA) zwischen Mittelstraße und
Süderstraße fristgerecht fertiggestellt. Der 2. BA zwischen Süderstraße und
Feldstraße befindet sich ca. 4 Wochen vor dem Zeitplan, so dass auch hier in
Kürze die Wiederherstellung der Oberflächen abgeschlossen sein wird.
Vorschläge zur neuen, gesamtstädtischen Straßenraumausstattung in Form von
Bänken, Abfallkörben, Fahrradständern und Hinweisbeschilderung werden derzeit
politisch beraten.
Mein Dank an dieser Stelle richtet sich insbesondere an die direkt von den
Baumaßnahmen betroffenen Anliegern für deren Verständnis und an alle am Bau
Beteiligten für die zügige und fachgerechte Ausführung.
Zum weiteren Verlauf möchte ich Ihnen gerne einige Informationen zukommen
lassen:
Bauverlauf und -fertigstellung des 3. Bauabschnittes und damit der
Gesamtbaumaßnahme sind sehr von der Witterung abhängig. Aus bautechnischen und
logistischen Gründen sowie um Behinderungen und Beeinträchtigungen während
der Bauzeit auf ein Mindestmaß zu beschränken, ist wiederum eine Einteilung
von Unterabschnitten vorgesehen. Ausführende Firma ist die Wyker Tiefbau GmbH
& Co. KG, Wyk.
Die Bauarbeiten im 3. BA: Sandwall/Königstraße zwischen Mittelstraße und
Hafenstraße beginnen am 02.03.2009.
Im ersten Arbeitsschritt werden die Oberflächen im Bereich Sandwall /
Mittelstraße aufgenommen.
Vom 09.04.2009 bis 14.04.2009 werden die Arbeiten im Hinblick auf die
Osterfeiertage eingestellt.
Vom 27.06.2009 bis 05.09.2009 werden die Arbeiten im Hinblick auf die
touristische Hauptsaison eingestellt und das Baufeld geräumt. Ein
entsprechender Hinweis ist im „Föhr Gastgebermagazin 2009" enthalten.
Am 07.09.2009 sind die Oberflächen- und Erdarbeiten im Kreuzungsbereich Große
Straße/Sandwall begonnen worden. Die Fertigstellung des 3. Bauabschnittes und
der Gesamtmaßnahme ist abhängig von Witterung zum 12.12.2009 geplant.
Innerhalb der genannten Bauabschnitte wird über die Neugestaltung hinaus:
- punktuell eine Kanalsanierung durchgeführt.
- der Wasserbeschaffungsverband Föhr die Trinkwasserleitungen austauschen.
zusätzliche Hinweise:
- Bitte stellen Sie während der Bauzeit Ihre Restmüll- und Wertstofftonnen
vor die jeweiligen Absperrungen der Bauabschnitte ab. Wegen der
Sanierungsarbeiten in diesem Bereich ist die Kreuzung Große
Straße/Sandwall bis Mitte Oktober gesperrt. In dieser Zeit können die
Müllautos die Große Straße nicht anfahren. Die Anwohner sollten ihre
Müllgefäße in der Hafenstraße, der Mittelstraße oder vor dem
Glockenturm abstellen.
- Sollten im Zuge der Baumaßnahme sogenannte „Fehleinleitungen"
festgestellt werden, z. B. in Form von Schmutzwasser-Hausanschlüssen oder auch
Anschlüssen von privaten Dach- und Oberflächenentwässerungen an den
Regenwasserkanal, müssen diese zu Lasten des Fehleinleiters zwingend beseitigt
werden.
- Nach Fertigstellung der gepflasterten Oberflächenbereiche müssen diese
aus bautechnischen Gründen noch für ca. 2 Wochen für den Fahrzeugverkehr
gesperrt werden.
- Je nach Erfordernis und Möglichkeit empfiehlt sich
- eine Zustandskontrolle bzw. Unterhaltung der privaten
Schmutzwasser-Hausanschlüsse.
- bei privaten Kellerwänden die Prüfung der Isolierung gegen Feuchtigkeit
bzw. Dämmung gegen Wärmeverlust.
- eine Prüfung der privaten Grundstücksbereiche (Zustand, Gestaltung,
Barrierefreiheit, Versiegelung der Kleinpflasterfläche).
Es wäre hilfreich, wenn Sie diese Hinweise auch Ihren Gästen zukommen
lassen sowie gegebenenfalls ausländische MitbürgerInnen informieren. Bei Rückfragen
wenden Sie sich bitte an die Herren Pielke oder Stemmer - Bau- und Planungsamt
- unter den Telefonnummern 04681 5004-838 bzw. -829.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Heinz Lorenzen
Bürgermeister Stadt Wyk auf Föhr

Planungsanlass
Die Stadtvertretung der Stadt Wyk auf Föhr hat am 08.03.2007 eine bauliche
Realisierung der Maßnahme „Neugestaltung von Königstraße und Sandwall"
beschlossen. Die Standpunkte und Begründungen der Stadtvertretung der Stadt Wyk
stellen sich wie folgt dar:
Im Hinblick auf eine deutliche Verbesserung von Gestaltungs- und
Nutzungsqualität ist eine umfassende Neugestaltung von Königstraße und
Sandwall dringend geboten.
Die jetzige rd. 30 Jahre alte Oberflächenbefestigung besteht aus grauen
Beton-Gehwegplatten 50x50cm, durchzogen von einem wiederkehrenden Rechteckraster
aus roten Klinkerbändern b=50cm, verlegt in 10cm Beton B15. Der vorhandene
Unterbau entspricht hinsichtlich der allgemein anerkannten Regeln der Technik
nicht mehr den heutigen Anforderungen. Besonders der Anlieferverkehr verursacht
aufgrund beengter Kreuzungs- und Wendebereiche laufend Schäden an der
Oberflächenbefestigung. Der Stadt Wyk als Wegebaulastträger entstehen dadurch
laufende Unterhaltungskosten, die sich - sollte eine Neugestaltung nicht
realisiert werden – zukünftig noch steigern.
Oberflächengestaltung und Ausstattung von Königstraße und Sandwalls sind
nicht mehr zeitgemäß und werden den ansonsten sehr guten räumlichen und
städtebaulichen Rahmenbedingungen sowie ihrer Funktion als Eingangstor zur
Stadt Wyk nicht mehr gerecht. Darüber hinaus wird den heutigen Ansprüchen an
eine behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Raumes nicht in
ausreichendem Maße Rechnung getragen. So weisen – allein bezogen auf den
Planbereich – insgesamt rd. 40 Wohnhäuser und Geschäfte keine niveaugleiche
Eingangssituation auf. Jedoch verfügen ca. 50 % davon lediglich über 1 bis 2
Stufen mit einem Höhenunterschied bis max. 15 cm, so dass ein Großteil dieser
im Zuge der Neugestaltung höhengleich und damit barrierefrei angepasst werden
können.
Seit Jahren strebt die Stadt Wyk auf Föhr eine Verbesserung und
Attraktivitätssteigerung der vorhandenen Infrastruktur an, insbesondere mit dem
Ziel, Menschen mit Behinderungen eine möglichst ungehinderte und
selbstständige Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen. So wurden u.
a. öffentliche Gebäude und Toiletten mit Rampen ausgestattet, Bushaltestellen
mit niveaugleichen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten geschaffen,
Lichtsignalanlagen mit Zusatzeinrichtungen versehen, Bordsteinabsenkungen
vorgenommen sowie ein Reiseführer für Rollstuhlfahrer für Föhr und Amrum
aufgelegt.
Vom Wyker Hafen kommend stellen die Straßenzüge Königstraße und Sandwall
die fußläufige Haupterschließung für den Altstadt-/Innenstadtbereich und
darüber hinaus die kürzestes Verbindung zum Kurgartensaal mit Musikpavillon,
zum Wellenbad mit Kurmittelhaus, zur Promenade sowie zu Hotel- und
Beherbergungsbetrieben am Wyker Ost- und Südstrand dar.
Königstraße und Sandwall werden überwiegend touristisch genutzt. Das Bild
wird geprägt von gastronomischen Einrichtungen und Einzelhandel. Besonders der
Sandwall gefällt durch seine kleinteiligen Strukturen, der einseitigen,
giebelständigen Bauweise mit annähernd durchgehender Fassadenlinie,
baumbestandener Grünfläche und freiem Blick auf die Nordsee; ist somit auch
städtebaulich von besonderer Bedeutung.
Vor oben genannten Hintergrund stellt gerade der Sandwall für Gäste und
Einheimische die mit Abstand am häufigsten frequentierte Flaniermeile nicht nur
der Stadt Wyk sondern der ganzen Insel Föhr dar.
Der Stadt Wyk kommt durch ihre Lage, dem Fährhafen und der Funktion als
zentraler Ort für die Insel Föhr eine besondere Bedeutung bei. Die
Neugestaltung von Sandwall und Königstraße stellt aus Sicht der Stadt Wyk auf
Föhr die konsequente und sinnvolle Ergänzung nicht nur zur Maßnahme „Neubau
einer behindertengerechten Uferpromenade Wyk auf Föhr" dar. Sie dient
insgesamt der Insel Föhr im Bestreben, im Hinblick auf den Tourismus auch
zukünftig im Wettbewerb zu bestehen.
Königstraße und Sandwall sollen deutlich aufgewertet werden. Durch ein
aufeinander abgestimmtes Gestaltungskonzept von neuer Promenade und Flaniermeile
unter Wahrung des besonderen Charakters des Sandwalls soll ein nachhaltiger
Wiedererkennungswert erreicht werden, der sowohl Gäste als auch Einheimische zu
mehrmaligen Besuchen einlädt und zu längeren Verweilzeiten animiert. Davon
profitieren nicht nur die rd. 50 Gewerbebetriebe mit ca. 80
Vollzeitbeschäftigten sowie einem Mehrfachen an Teilzeitbeschäftigten im
Planungsraum selbst, sondern damit einhergehend wird auch eine höhere
Wertschöpfung im unmittelbar angrenzenden Altstadt-/Innenstadtbereich erzielt.
Bestandsaufnahme
Die Freianlagen in dem beplanten Bereich sind nicht mehr zeitgemäß, die
Beläge sind teilweise in schlechtem Zustand, der vorhandene Freiraum lässt
kein klares Gestaltungsprinzip erkennen.
Platzsituationen
Der Abschnitt Sandwall/Königstraße bildet eine Nord-Süd-Achse, mit nach
Westen abgehenden/ankommenden Straßen.
Entlang dieser Achse befinden sich Platzsituationen, die der Flaniermeile
besondere Bedeutungen geben:
- Platz an der Amtsverwaltung (Rathausplatz)
- Platz an der Mittelbrücke
- Platz vor dem Musikpavillon
- Die Umgestaltung des Platzes am Sandwall/Schachbretter wurde bereits im
Zuge der Maßnahme „Neubau einer behindertengerechten Uferpromenade Wyk auf
Föhr", 2. Bauabschnitt fertiggestellt.
Defizite
- Unübersichtliche Gestaltung von Sandwall/Königstraße, so z.B. kein
Bezug der Pflasterbänderungen zur Bebauung.
- Ansammlung verschiedenster Ausstattungselemente wie Bänke, Leuchten,
Abfalleimer, Poller, Hinweisschilder etc.
- Die befestigten Oberflächen befinden sich teilweise in schlechtem
Zustand.
- Verzehrzwangfreie Sitzplätze sind ungenügend in der Anzahl und
ungünstig gelegen, da sie sich teilweise nur zum Wasser orientieren und nicht
auf die Fußgängerzone.
- Der seeseitige Sandwall ist nicht gepflastert und dadurch nur
eingeschränkt nutzbar sowie für Rollstuhlfahrer, Rollatoren, Kinderwagen
u.s.w. ungeeignet.
- Der Platz an der Mittelbrücke ist „zugestellt" mit Telefonzellen,
Duschen, Bänken, Bewuchs, Hinweisschildern, Fahrradständern etc.
- Die Strandabgänge weisen keine Sitzmöglichkeiten auf, um von hier z. B.
den Nordseeblick zu genießen und das Leben am Strand sowie Sportevents (Beachvolleyball)
zu beobachten.
Entwurfsgedanken
Ziel der vorliegenden Planung soll sein, unter den Prämissen
- Einfachheit
- Klarheit
- Das Besondere des Ortes stärken
dem Abschnitt Sandwall/Königstraße wieder die Freiraumqualität zu geben,
die er als besonderer und identitätsstiftender Ort verdient. Dazu gehören z.B.
die folgenden Punkte:
- Schaffung einer deutlichen Abfolge von Plätzen für unterschiedliche
Nutzungen:
a) Platz an der Mittelbrücke: Sichtachse zwischen
Mittelstraße/Mittelbrücke/Meerblick herstellen; Anlage eines Brunnens nach dem
Gezeitenprinzip; Platz Schifferbank.
b) Platz vor dem Musikpavillon: Lauschen von Konzerten/Kleinkunst u. a.
c) Platz am Sandwall: Ruhezone, Schachspiel, (Sonnen)-Holzdeck.
- Den Meerblick von Platzsituationen und Flaniermeile aus ermöglichen.
- Zwischen Musikpavillon und neuem Holzdeck an den Schachbrettern entsteht
ein geschützter Ruhebereich mit einem großen Schmuckbeet in der Mitte, der
barrierefrei zu erreichen ist.
- Betonung der Strandabgänge durch seitliches „Andocken" von breiten
Sitzstufen, wobei die unterste Stufe mit Holzauflage den Übergang zum Strand
markiert.
- Die Oberkante der Strandböschung wird mit niedrigen Mauern oder Gabionen
(Feldsteine in Drahtkörben) bis 30 cm Höhe versehen, die auch zum Sitzen
einladen.
- Vor den Geschäften wird bis zur Muldenrinne der Bereich für
Verkaufsständer und gastronomische Aussensitzplätze mit Granit-Kleinpflaster
farblich abgesetzt. Es wird eine deutliche Verbesserung der barrierenfreien
Erreichbarkeit der Geschäfte angestrebt, indem Höhenunterschiede bis zu einer
Stufenhöhe höhengleich angepasst werden.
- Durch baumchirurgische Eingriffe an den vorhandenen Bäumen sowie Ersatz-
und Ergänzungspflanzungen wird der Grünstreifen aufgewertet.
Planung
Der Vorentwurf wurde im Zeitraum vom Februar 2006 bis Juni 2006 vom Büro
Bendfeldt×Her-mann×Franke, Kiel, in enger Abstimmung mit dem Bau-, Planungs-
und Umweltausschuss der Stadt Wyk und nach dessen Vorgaben aufgestellt.
Anregungen und Bedenken aus der Beteiligung der Öffentlichkeit wurden auf
die Möglichkeit der baulichen Umsetzung sowie auf die Förderfähigkeit hin
geprüft und soweit möglich im Entwurf berücksichtigt.
Im Wesentlichen beinhaltet die Beschlussfassung der Stadtvertretung Wyk vom
08.03.2007 nachfolgend angeführte Grundsätze:
- Erhalt der vorhandenen Altstadtlaternen
- Erhalt der vorhandenen Böschungsbepflanzung
- Erhalt des baumbestandenen Grünstreifens
- Erhalt der Außensitzplätze im Grünstreifen
- Erhalt der Spielgeräte am seeseitigen Sandwall entlang
- Befestigung und indirekte Beleuchtung des seeseitigen Sandwalls
- Befestigung der Verbindungswege zwischen see- u. landseitigen Sandwall mit
Naturstein
- Neugestaltung des see- u. landseitigen Sandwalls in gelb-/sandfarbenem
Betonsteinpflaster
- Anordnung von Sitztribünen im Böschungsbereich
- Erweiterung der Mittelbrücke um ein Holzdeck
Die Zustimmung des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein zur
Planung und damit verbunden die Zusage zur finanziellen Förderung (mit Ausnahme
von Pkt 10.) in Höhe von 50% der förderfähigen Bau- und Planungskosten liegt
vor.
Des weiteren liegt die Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege
Schleswig-Holstein sowie des Amtes für ländliche Räume Husum zur Planung in
der Beschlussfassung vom 08.03.2007 vor.
Mit Schreiben vom 27.10.2006 teilte der Kreis Nordfriesland als
Kommunalaufsichtsbehörde mit, dass die Maßnahme für erforderlich erachtet
wird, um die Attraktivität des Nordseeheilbades zu erhalten und
wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ausführung
Das vorgesehen Betonsteinpflaster mit Natursteinvorsatz und einer
Kantenlänge von max. 50 cm entspricht dem "Merkblatt für
Flächenbefestigung mit Pflaster- und Plattenbelägen" und wird in nicht
befahrenen Flächen in einer Stärke von 12 cm, in befahrenen Flächen in einer
Stärke von 18 cm verlegt. Die quer zur Laufrichtung verlegten Platten im Format
20/30/50x30cm bewirken optisch eine Erweiterung des Straßenraums und lassen
dadurch Königstraße und Sandwall großzügiger erscheinen.
Eine gegenüber dem Bestand von rd. 5.100 m² befestigte Fläche
weitergehende Oberflächenbefestigung findet im Wesentlichen nur im Bereich des
seeseitigen Sandwalls statt. Die Planung weist für Königstraße und Sandwall
insgesamt eine befestigte Fläche von 6.300 m² auf.
Die Reduzierung auf 2 Materialien und 2 Farbspektren, d. h.
Betonsteinpflaster in gelb-/sandfarben und Naturstein Granit in grau, führt zu
einer klaren sachlichen Gestaltung. Die gewählte Oberflächengestaltung lässt
den see- u. landseitigen Sandwall optisch als eine harmonische Einheit
erscheinen. Die zurückhaltende, farblich einheitliche Gestaltung lässt
darüber hinaus den Grünstreifen und die Hausfassaden am Sandwall sowie in der
Königstraße stärker zur Geltung kommen.
Sofern für erforderlich erachtet, werden die hellen Oberflächen mit einem
Schutz auf Basis von Teflon® versehen. Je nach Variante der werksseitigen
Oberflächenbehandlung wird ein strapazierfähiger Oberflächenschutz erzielt.
Das Material ist dauerhaft gegen Eindringen von Verschmutzungen versiegelt bzw.
es wird eine Reinigung deutlich erleichtert. Die Beschichtung ist uv-resistent
und verringert das Verblassen der Farben.
Sowohl aus gestalterischen wie auch funktionalen Gründen sollte die
Oberkante entlang der Strandböschung mit einer Mauer oder einer Gabione
versehen werden. Um zum einen den uneingeschränkten Nordseeblick genießen zu
können, zum anderen weitere Sitz- u. Ruheplätze anzubieten, wird diese
Randeinfassung mit einer Höhe von 30 cm über Niveau und 50 cm Breite sehr
klein dimensioniert.
Realisierung
Die Ausführungsplanung, d. h. die zeichnerische und rechnerische Darstellung
des Vorhabens mit allen für die Ausführung notwendigen Angaben einschließlich
Detailzeichnungen in den erforderlichen Maßstäben wird, wie alle bisherigen
Planungsstufen, im öffentlichen Teil des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses
der Stadt Wyk auf Föhr beraten und entschieden.
Nach derzeitigem Planungsstand sowie unter Berücksichtigung des Ergebnisses
des Bürgerentscheides, des Bauvolumens und der Saisonzeiten ohne Bautätigkeit
erscheint eine Realisierung in 3 Bauabschnitten ab Ende 2007 bis Ende 2009
realistisch.
Kosten
Die Gesamtbau- und Planungskosten ermitteln sich zu rd. 2.050.000 Euro
einschließlich 19% MWSt. Die erforderlichen städtischen Eigenmittel wurden
bereits in den Haushaltplanberatungen der Stadt Wyk berücksichtigt und stehen
zur Verfügung.
Gemäß Schreiben des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein vom
29.03.2007 „ist Ziel des Landesprogramms Städtebauförderung, besonders
qualitätsvolle städtebauliche Projekte mit absehbar kurzfristiger
Realitätschance zu fördern". Die Zustimmung zur finanziellen Förderung
ist verbunden mit dem Hinweis, dass „das Wyker Projekt wegen des gut
vorbereiteten, qualifizierten und überzeugenden Gesamtkonzepts aus einer
Vielzahl von Anmeldungen ausgewählt wurde".
Eine finanzielle Beteiligung der Anlieger von Königstraße und Sandwall ist
weder politisch gewollt noch erforderlich.
Ausblick
Durch die geplante Maßnahme werden die ansonsten guten räumlichen
Verhältnisse sowie die städtebaulichen Besonderheiten deutlich aufgewertet und
eine erhebliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Gäste und
Einheimische erreicht. Damit geht einher, dass der Standort Wyk auf Föhr auch
in Zukunft im touristischen Bereich wettbewerbsfähig bleibt.

Der "Gezeiten-Brunnen"
Die Idee zur Platzgestaltung im Bereich der Mittelbrücke mittels eines „Gezeiten-Brunnens"
stammt von Steinmetzmeister Markus Thiessen, Süderende. Nach eingehender
Beratung hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Wyk auf Föhr am
09.01.2008 den Beschluss zur baulichen Umsetzung der Idee einstimmig gefasst.
1. Aufstellungsort
Der Brunnen wird zum Mittelpunkt des neu
entstehenden Platzes an der Mittelbrücke. Durch kompassgenaue Ausrichtung der
Anlage wird ein direkter Bezug zu dem sich darbietendem Panorama-Blick genommen.
2. Zielgruppe
Die Zielgruppen sind Jung und Alt von Nah und
Fern. Der Brunnen dient als greifbares Anschauungsobjekt, welcher geographische
Lage und Besonderheit erklärt. Er dient unter anderem als begehbarer
Spielbrunnen, als zentraler Ruhe-Fixpunkt des Platzes, als Treffpunkt und als
Zierde.
3. Thema
Das Thema des Brunnens ist der Gezeitenwechsel
zwischen den Inseln. Das Modell basiert auf der Seekarte des Nordfriesischen
Wattenmeeres. Das Becken wird durch die Inseln Sylt und Amrum, die Halligen
Langeness und Oland, dem Festland, den Lorendämmen sowie durch zwei
Wasserspeier gebildet. Letztere stellen die Friesischen Meeres-Sagen-Figuren
EKKE-NEKKEPEN und seiner Frau RAN dar. Im Mittelpunkt der Anlage befindet sich
die Insel Föhr.
4. Funktion
Die Funktionen des Brunnens stellen sich wie folgt
dar. Bei Flut wird das Becken solange gefüllt, bis die Lorendämme und
Wasserspeier überlaufen. Bei Ebbe entweicht das Wasser wieder durch die
Wasserspeier in eine umlaufende Wasserrinne, welche das Wasser in das
Sammelbecken leitet. Das Wasser aus dem Sammelbecken wird bei Flut wieder in das
Hauptbecken gepumpt. Hieraus ergibt sich ein an den Tiden-Rhythmus angelehnter
Wasserkreislauf, hier allerdings auf ca. 10-12 Minuten verkürzt. Die
Konstruktion des Brunnens minimiert das Entstehen von Spritzwasser bei
stärkerem Wind.
5. Gestaltung
Die Gestaltung des Brunnens stellt sich wie folgt
dar. Die Inseln werden überhöht plastisch dargestellt, weil die tatsächlichen
Höhenverhältnisse für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind. Da das
Festland durch das nach Osten hin starke Gefälle des Platzes höher über dem
Bodenbelag liegt (Brunnenhöhe ca. 40 cm) als die zur Innenstadt liegenden
Inseln (Brunnenhöhe ca. 60 cm), werden dort als Abschluss Sitzstufen
angeordnet. Jede Sitzstufe hat eine Höhe von ca. 20 cm. Die Watten und Priele
werden durch Steine in verschiedenen Farben gestaltet. Durch einen gepflasterten
Kanal lässt sich das Wasser auch um die Südseite des Brunnens nach Osten hin
ableiten. Die Wasserspeier werden sowohl durch Funktion als auch aus
gestalterischen Gründen als doppelseitige Flachreliefs gearbeitet. Hierbei wird
auch noch die Funktion eines Deiches erreicht werden. Durch die Thematisierung
von EKKE NEKKEPEN und RAN lassen sich der Körper und die Köpfe der Figuren mit
Muscheln, Fischflossen, Algen und anderem durchaus so gestalten, dass mit ihnen
ein figürlich-verspieltes Element das Gesamtbild aufheitert.
6. Material
Der Brunnen besteht aus mehreren verschiedenen
Beton- und Natursteinmaterialien. Die Inseln selbst, sowie das Festland, die
Halligen und das Watt werden aus grünlich, gelben europäischen Granit
gefertigt. Der Unterbau wird aus Beton hergestellt. Die unterirdischen
Sammelbecken bestehen ebenfalls aus monolithischen Beton-Schachtkörpern.

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